Richtig trainieren – Das Deckentraining!

Letzte Woche war ich mit Lucy in drei verschiedenen Cafés. Wir haben Platz und Blickkontakt unter Ablenkung geübt.

Ein Hund, der eine Übung zu Hause und ohne Ablenkung beherrscht, kann diese noch lange nicht an einem anderen Ort oder mit viel Ablenkung. Der Hund muss erst lernen, dass unsere Signale überall gelten und auch, dass er diese unter Ablenkung ausführen soll. Das nennt man Generalisierung.

Eine Ablenkung können Kinder, Fahrräder, andere Menschen, Tiere, Gerüche, Geräusche, Futter, Autos, Hunde und einfach alles sein, was für einen Hund spannend oder beängstigend ist.  Euer Hund steht sozusagen im ständigen Zwiespalt. Schaue ich meinen Besitzer an oder laufe ich zu dem anderen Hund hin? Setze ich mich oder laufe ich zu dem Kind? Es ist eure Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Motivation eure Signale auszuführen größer ist, als jede Art von Ablenkung. Natürlich müsst ihr das Schritt für Schritt trainieren. Die Welt da draußen ist vor allem für die jungen Hunde sehr spannend. Ihr müsst Euch spannender machen.

Fangt jede neue Übung in einer ruhigen Umgebung und ohne Ablenkung an, am besten zu Hause. Verlangt nicht sofort zu viel von euren Hunden. Sie sollen nicht überfordert werden oder Stress bekommen. Denn bei Stress oder Überforderung kann der Hund nicht lernen.

Für ein Restaurant oder Café Training hilft es vielen Hunden, wenn ihr eine Decke mitnehmt. Wenn sie diese bereits als Ruheplatz kennen, wird es ihnen leichter fallen, sich zu entspannen und an der zugewiesenen Stelle zu bleiben.

Und so geht das Deckentraining:

  • Setzt oder stellt euch neben die Decke, schaut interessiert darauf und wartet, dass der Hund von selbst auf die Decke geht. Die meisten Hunde sind sehr neugierig und werden mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann die Decke berühren und untersuchen. In dem Moment, in dem der Hund auf der Decke ist, gibt es C & B (Click & Belohnung). Die Belohnung bekommt der Hund immer auf der Decke.
  • Solange der Hund auf der Decke bleibt, könnt ihr weitere Leckerchen drauflegen.
  • Wichtig ist die Einführung eines Auflösesignals, so dass ihr euren Hund von der Decke entlassen könnt. Viele Hunde kleben schnell an der Decke fest, wenn sie merken, dass es dort Leckerchen regnet.
  • Ihr könnt ein Wort als Auflösesignal benutzen oder eine Gestik (Handbewegung), mit der ihr euren Hund von der Decke entlasst. Belohnt euren Hund, wenn er zu euch kommt und wartet dann kurz ab, ob er wieder Interesse an der Decke zeigt.
  • Läuft euer Hund erneut auf die Decke, gibt es wieder C&B.
  • Hat der Hund das Prinzip verstanden, dann könnt ihr ein Sitz oder Platz auf der Decke einführen. Ich bevorzuge ein Platz. Es gibt Hunde, die ohnehin im Laufe des Trainings ein Sitz oder Platz anbieten. Tut euer Hund das nicht, beherrscht aber bereits das Platz-Signal, dann könnt ihr ihm das Signal auf der Decke geben. Belohnt ihn hochwertig, wenn er sich hinlegt.
  • Nach einigen Wiederholungen haben die meisten Hunde verstanden, dass sie sich hinlegen sollen und werden das Verhalten von sich aus anbieten.
  • Der Hund wird ab jetzt nur noch für das Liegen auf der Decke belohnt.
  • Hat euer Hund das Prinzip des „auf der Decke liegen“ verstanden, dann könnt ihr jedes Mal, wenn ihr euer Auflösesignal sagt, einen Schritt weiter zurückgehen. Auf diese Weise bringt ihr gleich Distanz mit in das Training.
  • Er lernt zudem, solange liegen zu bleiben bis ihr eurer Auflösesignal sagt. Falls der Hund die Decke verlässt, bevor er das Auslösesignal hört, schickt ihn einfach wieder zurück und entlasst ihn dann von der Decke.
  • Legt er sich zu irgendeinem Zeitpunkt nicht mehr hin, dann seid ihr im Training zu schnell vorangegangen. In diesem Fall verkürzt ihr bitte die Distanz oder Dauer.
  • Sobald der Hund gelernt hat, sich auf eine von dir entfernt liegenden Decke zu legen, könnt ihr das Signal einführen. Ihr sagt nun jedes Mal euer Signal wie z.B. „Decke“, kurz bevor er sich in Bewegung Richtung Decke setzt.

Sobald das zu Hause gut funktioniert, könnt ihr die Decke immer mitnehmen und mit euren Hunden unter Ablenkung trainieren wie z.B. im Restaurant, im Café, bei Freunden, im Urlaub etc. Aber auch hier bitte die Ablenkung langsam steigern, d.h. im Restaurant nicht gleich den Platz aufsuchen, an dem die meisten Menschen vorbeigehen. Die Decke bietet eurem Hund einen klar definierten Aufenthaltsort, was für viele Gelegenheiten praktisch ist.

Viel Spaß beim Trainieren und bis zum nächsten Mal!

Eure Julia

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