Sozialisierung – Wie wird aus dem Welpen ein souveräner Hund?

Gestern waren wir mit Lucy im Hochseilgarten. Es waren dort viele Menschen, jung und alt, andere Hunde und vor allem viele neue Geräusche. Ein gut sozialisierter und an seine Umwelt gewöhnter Hund, ist ein angenehmer Begleiter im Alltag. Genauso haben wir Lucy gestern empfunden.

Die Sozialisierung von Welpen beginnt schon beim Züchter. Dort lernt der Welpe den Umgang mit seinen Geschwistern. Er sollte auch von Anfang an gute Erfahrungen mit Menschen machen.

Die meisten Welpen ziehen mit 8 Wochen in ihr neues Zuhause. In der sogenannten sensiblen Phase seines Lebens (8. – 16. Lebenswoche) sollte der Hund viele positive Erfahrungen sammeln und viel kennenlernen wie z.B. andere Tiere, Menschen, unterschiedliche Hunderassen, verschiedene Geräusche etc. Dieser kurzen Zeit wird oftmals eine besondere Beachtung geschenkt, weil der junge Hund in diesen Wochen besonders schnell und nachhaltig lernt. Die Sozialisierung und Gewöhnung reichen jedoch weit über die sensible Phase des Hundes hinaus, denn Hunde lernen ein Leben lang. Ein Hund lernt immer, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Lernen bedeutet Verknüpfen und dies findet ständig statt, entweder von uns gezielt gelenkt oder ohne unser Zutun.

Es reicht nicht aus, mit einem jungen Hund einmal in die Stadt zu gehen, Bus zu fahren und ihm ein Pferd zu zeigen. Glaubt nicht, dass er jetzt diese Dinge kennt, sie als positiv erlebt hat und zukünftig weiß, wie er sich richtig verhalten soll.

Es gibt Menschen, die einen sogenannten Sozialisierungs-Marathon planen, wenn der Welpe eingezogen ist. Jeden Tag werden mehrere Ausflüge gemacht, so dass der junge Hund möglichst viel möglichst schnell kennenlernt. Das überfordert sie unnötig und sie bekommen nicht die Ruhe- und Schlafphasen, die sie brauchen, um die neuen Eindrücke im Gehirn zu verarbeiten. Bei Reizüberflutung wird der Hund auf Dauer nervös, ängstlich und weniger stressresistent gegenüber Umweltreizen.

Wo solltet ihr Eure Welpen sozialisieren? Überall! Nimm deinen Welpen überall mit hin, wo seine Anwesenheit erlaubt ist. Binde ihn dosiert in dein alltägliches Leben mit ein. Fahre mit ihm Auto, Bus und Bahn, geh mit ihm in Geschäfte, in Parks und zu Freunden. Lass ihn beim Spaziergang ausreichend Zeit zum Schnuppern und Spielen. Achte darauf, dass er sich wohlfühlt. Die neuen Erfahrungen sollen positiv oder neutral für ihn sein, damit er nichts Negatives mit Orten oder Situationen verknüpft.

Nutze jede noch so kleine Gelegenheit mit ihm ruhiges Liegen zu trainieren. Ob im Café, in der Straßenbahn, bei Freunden oder wo auch immer. Hat er einmal gelernt, dass es sich lohnt, ruhig zu liegen, dann bietet er dir dieses Verhalten immer öfter an.

Und ganz wichtig: Gutes Verhalten immer und in jeder Situation belohnen!!!

Die Belohnung oder Bestärkung des Hundes für ein erwünschtes Verhalten, ist die effektivste Art, das Verhalten von Hunden zu beeinflussen – und darüber hinaus auch noch frei von Nebenwirkungen!

Viel Spaß beim Trainieren und bis zum nächsten Mal.

Eure Julia

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Lucy im Hochseilgarten.
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Lucy bei den Pferden.
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Lucy beim Hockey Training.
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Hank beim Hockey Training.
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Baby Hank im Fressnapf.
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Baby Hank bei seiner ersten Katzen Begegnung.

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