Die Regenbogenbrücke!

Eine Woche ist es fast her und ich kann jetzt erst darüber schreiben. Letzten Samstag mussten wir unseren geliebten Texas über die Regenbogenbrücke schicken. Mein Herz ist schwer, da er uns so sehr fehlt. Seine Lunge war voll mit Metastasen. Es kam so plötzlich und ging so schnell. Wir waren darauf nicht vorbereitet. Wir haben immer gelacht und gesagt, dass wir ihn nie los werden würden. Und dann kam alles anders als gedacht. Ich bin unendlich oft die letzten Tage, bevor er Blut spuckte, in meinem Kopf durchgegangen. Habe ich etwas übersehen? Hat er mir ein Zeichen gegeben? Hätte ich es merken müssen und früher handeln können? Je öfter ich darüber nachdenke, umso trauriger werde ich. Und im Endeffekt bringen mir diese Gedanken gar nichts. Lungenkrebs verbreitet sich schnell. Der Tumor, der nicht gefunden wurde, konnte überall sein. Zwei Wochen vorher beim jährlichen Gesundheitscheck und der jährlichen Blutabnahme war alles bestens. Er hat sich nichts anmerken lassen bis es zu spät war. Wir haben eine Woche lang gesucht und gehofft, ob es doch etwas anderes ist. Auch Hank hat mit einer Bluttransfusion versucht zu helfen. Vergeblich! Es waren Metastasen und sie haben sich innerhalb einer Woche über seine komplette Lunge verteilt. Ende der Woche gab es nur noch eine Möglichkeit: Euthanasie. Ein Wort, das ich nie hören wollte. Aber ich habe ihn eine Woche lang leiden sehen. Er hat von Tag zu Tag schlechter Luft bekommen. Ich habe eine Woche lang jeden Tag um ihn geweint. Denn tief im Inneren wusste ich, dass die Zeit leider gekommen war. Die Zeit Abschied von einem geliebten Familienmitglied zu nehmen. Wenn nicht zu sagen von dem Familienmitglied überhaupt. Er war der Eine. Mein Seelenhund. Er war unser erstes Familienmitglied. Er ist mit mir durch die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen gegangen. Er ist mit uns durch die halbe USA gereist. Er war da, als unsere Kinder geboren wurde. Er lag an ihren Betten wie ein unbestechlicher Wächter. Ja das war er. Jeden Fremden hätte er am Liebsten aufgefressen, aber seine Familie war im Heilig. Er war meine Inspiration, für das, was ich heute bin und tu. Er war seit 10 ½ Jahren ständig an meiner Seite. Und ganz plötzlich ist er nicht mehr da. Ich dachte immer, ich könnte nicht dabei sein, wenn er einschlafen würde. Aber letzten Samstag habe ich meine letzte Kraft zusammen genommen und bin bei ihm geblieben. Das war ich ihm schuldig für all seine Treue, die er mir 10 ½ Jahre geschenkt hat. So hielt ich seinen Kopf in meinen Armen, als er langsam einschlief. Er war erlöst. Die Schmerzen waren vorbei. So musste ich meinen Freund da liegen lassen. Ich ging aus der Tierklinik wie in Trance. Ich wusste nicht wie mir geschah. Es war vorbei. Mein Körper fühlte sich wie gelähmt an. Ich weinte meine allerletzten Tränen, die ich von der Woche noch übrig hatte. Aber es fühlte sich an als hätte ich keine Flüssigkeit mehr in meinem Körper. Ich wollte die ersten Tage ohne ihn nicht zu Hause sein und schon gar nicht alleine. Überall seine Fotos, seine Liegeplätze, seine Schüssel, sein Halsband, seine Leine. Ich fütterte drei Hunde, kuschelte mit drei Hunden, ging mit drei Hunden spazieren. Er hinterlässt ein so großes Loch. Eine völlige Leere in unserer Familie. Es schmerzt einen so treuen Begleiter zu verlieren. Gestern habe ich ein Erinnerungsalbum von ihm erstellt und habe mir Fotos der letzten 10 Jahre angeschaut. Und was soll ich Euch sagen? Ich konnte zum ersten Mal lächeln, als ich all die schönen Erinnerungen durchgegangen bin. Ich habe realisiert, was wir für eine schöne Zeit hatten und was er für ein tolles Leben bei uns hatte. Dieser Gedanke hat mir Mut gemacht. Mut nach vorne zu schauen. Mut, die schönen Erinnerungen ganz fest in mein Herz einzuschließen. Denn diese Erinnerungen kann mir niemand mehr nehmen. Sie sind für immer meins. Er ist nicht mehr da, wo er mal war, aber er ist überall, wo wir sind. Texas, ich danke dir für 10 wundervolle Jahre. Du warst einer meiner besten Lehrmeister. Du hast mir jeden Tag ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Ich vermisse dich sehr mein Freund, aber irgendwann sehen wir uns alle wieder. Bis dahin bleiben mir die schönen Erinnerungen an dich!

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